Projektbeschreibung

[A/CH/DE] Das von der Deutschen Forschungs Gemeinschaft – DFG geförderte Projekt (DFG-Fördernummer: 590359763) untersucht, wie generative und kommunikative KI Bildungs- und Lernprozesse in der Schule verändert und welche pädagogischen Bedingungen notwendig sind, damit KI nicht zur Re-Produktion überholter Lernlogiken beiträgt, sondern erfahrungs- und handlungsorientierte, kritisch-reflexive und ko-kreative Bildungsprozesse unterstützt. Während internationale Forschung zu Artificial Intelligence in Education (AIED) primär technische und organisatorische Perspektiven fokussiert – in denen KI als Instanz zur Lernleistungsmessung, für Feedback an Lernende oder als Instrument zur Steuerung und Optimierung adaptiver Lernprozesse fungiert –, wird die ko-kreative Rolle generativer KI als Impulsgeberin im Unterricht und Unterstützerin von Lehrenden bislang kaum reflektiert. Dieses Desiderat erklärt sich aus dem Fehlen eines theoretischen Modells von Ko-Kreativität als pädagogischer Kategorie. Um diese Forschungslücke zu schließen, zielt das Projekt auf die Entwicklung eines bildungstheoretisch fundierten Verständnisses des Verhältnisses von Mensch, Maschine und Bildung. Hierfür verbindet die Studie erziehungswissenschaftliche (insbesondere medienpädagogische und -didaktische) Perspektiven mit der kritischen Analyse der in digitalen Lernumgebungen eingeschriebenen bildungs- und lerntheoretischen Annahmen. Es untersucht zunächst das Verhältnis von menschlicher und künstlicher Kreativität und deren Bedeutung in schulischen Lernprozessen. Darauf aufbauend wird analysiert, welche normativen Vorstellungen von Bildung, Lernen und Kreativität in aktuellen Lernumgebungen eingeschrieben sind und wie diese – häufig implizit – überholte Steuerungslogiken fortschreiben und so pädagogische Autonomie beschneiden. Ein konzeptionelles Gegenmodell, das die Studie anbietet, ist, KI als Impulsgeberin kreativer Exploration zu nutzen, die kritisch-reflexive Auseinandersetzung fördert, Lernperspektiven erweitert und Lehrende in der Durchführung erfahrungs- und handlungsorientierter Unterrichtskonzepte unterstützt. Dies setzt voraus, Lehr- und Lernprozesse nicht technikdeterministisch, sondern bildungstheoretisch und mediendidaktisch fundiert zu gestalten. Um aufzuzeigen, wie dies gelingen kann, werden im Rahmen des Einzelvorhabens exemplarische Unterrichtskonzepte entwickelt, die beispielhaft illustrieren, wie generative KI zur kreativen Exploration, Reflexion und Kollaboration in der Schule eingesetzt werden kann.

[AU/EN/NZ/US] The study “Artificial Intelligence and Co-Creativity in Education” funded by the German Research Foundation (DFG Grant Number: 590359763), examines how generative and communicative AI can transform learning processes in schools (). The study identifies the conditions necessary for AI to support experiential, action-oriented, critical, and co-creative learning rather than reinforce outdated instructional logic. However, international research on AI in education (AIED) primarily focuses on technical, organizational, or instructional perspectives. In these studies, AI largely appears as a means of measuring learning performance, providing feedback to learners, or controlling and optimizing adaptive learning processes. Consequently, little consideration has been given to generative AI's role as a catalyst and supporter of educational processes. This is largely due to the absence of a theoretical model of co-creativity in education. In response, the project aims to develop a theoretically grounded understanding of the interplay between humans, machines, and education. To achieve this, the project takes an integrated approach, combining (media) education and teaching design perspectives to provide a critical analysis of the educational and learning theory assumptions embedded in digital learning environments. The project theorizes the relationship between human and machine creativity and explores the role of creativity in the learning process in schools. Building on this foundation, the project analyzes the assumptions about education, learning, and creativity embedded in contemporary learning systems. It shows how these assumptions often perpetuate outdated control mechanisms and limit pedagogical autonomy. Conversely, the study identifies ways in which AI can facilitate creative exploration and critical reflection when teaching and learning are guided by educational theory rather than technological determinism. To illustrate this, the project develops and theoretically reconstructs exemplary teaching scenarios that demonstrate how generative and communicative AI can foster creative exploration, critical reflection, and collaboration in schools.

Links zu den bisherigen Veröffentlichungen im Themenfeld

Herausgeberschaft einer Online-Ausgabe der LBzM (mit Olga Merz und Thorsten Junge): „Ist das Kunst… oder kann das die KI? – Zum Verhältnis von menschlicher und künstlicher Kreativität“, 2024 https://www.medienpaed-ludwigsburg.de/issue/view/30

Knaus, T., et AI. (2023). Künstliche Intelligenz und Bildung: Was sollen wir wissen? Was können wir tun? Was dürfen wir hoffen? Und was ist diese KI? – Ein kollaborativer Aufklärungsversuch. Ludwigsburger Beiträge zur Medienpädagogik, 23, 1–42. https://doi.org/10.21240/lbzm/23/19

Knaus, T. (2024). Künstliche Intelligenz und Pädagogik – Ein Plädoyer für eine Perspektiverweiterung. Ludwigsburger Beiträge zur Medienpädagogik, 24, 1–34. https://doi.org/10.25656/01:30908

Knaus, T. (2024). Warum KI kein Hype ist – ...und die Medienpädagogik sich damit befassen sollte. merz | medien + erziehung. Themenheft: Medienpädagogik und KI, 68(3), S. 21–30). https://doi.org/10.25656/01:30093

Knaus, T. (2025). Ko-kreativ mit Maschinen – Generative und kommunikative KI als kreative und kritische Impulsgeberin in der Schule. MedienImpulse – Beiträge zur Medienpädagogik, 63(3). https://doi.org/10.21243/mi-03-25-09 https://doi.org/10.25656/01:33974

Knaus, T. (2025). Why AI matters for education – An exploration in seven arguments. Zeitschrift für Bildungsforschung – ZBF. https://doi.org/10.1007/s35834-025-00511-7

Knaus, T. (2026). Generative AI in Schools—Between Instruction and Inspiration [working title]. Cambridge University Press [im Entstehen | in progress]

Knaus, T. (2027): Doing Digital – Bildungstheoretische Überlegungen zur ko-kreativen Gestaltung von Schule und Unterricht mit generativer und kommunikativer KI [im Entstehen | in progress]

Stand: [im Entstehen | in progress]

Weitere Informationen

Status
Recherchen abgeschlossen (2024–2026)
Bewilligt (2026)
Download / Ausschreibung
[noch nicht verfügbar]